COPD meines Mannes

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stefan
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Beiträge: 1
Registriert: Sa Dez 07, 2019 4:22 am
Wohnort: Duisburg

COPD meines Mannes

Beitrag von stefan »

Hallo und guten Abend,
auch ich bin neu und brauche Hilfe um meinem Mann helfen zu können.
Bei meinem Mann wurde 2015 die Diagnose gestellt.

Zur Vorgeschichte: Schlaganfall ohne bleibende Ausfälle, Hinterwandinfarkt mit 5 Stents, 60cm Teilresektion des Dünn- und Dickdarms, dadurch Durchfallschübe über mehrere Tage, By-Pass rechtes Bein mit Stent und Stent-Verlängerung, By-Pass linkes Becken nach akutem Verschluss, Cor pulmonale, Diabetes Typ II, Hypertonie, Ödeme, Dauer-Zyanose, 2019 zwei Exazerbationen, Raucher, GdB 70 mit Merkzeichen G

Z.Zt. befindet er sich seit 10 Tagen in der Lungenfachklinik. Aufnahme-Befund: pH 7,435 / pC02
37,0 / p02 28,0 , Rö + CT Thorax: Wasser in der Lunge, Sauersoff über Maske, 6 Std. Schockraum, dann Intensiv für 24 Std., jetzt normale Abteilung, in 5 Tagen 5,5kg/l Körpergewicht verloren,
Sauerstoff über Nasenbrille, schlechter AZ, Angst, Beginn einer Depression ?, 20 Schritte ohne Sauerstoff sofort Atemnot, Müdigkeit, Aneurysma im linken Knie muss noch operiert werden

Chefarzt (Planung)
Wasser muss aus der Lunge sein, dann Gehstrecke, Bronchoskopie (die 1. seit der Diagnosestellung)
evtl. REHA im Anschluss, 16 Std. Sauerstoffzufuhr zu Hause, COPD Gold IV

Körperpflege macht er alleine (Hände und Gesicht waschen, Zähne putzen, Haare kämmen)
Man(n) ist Mann und man(n) zeigt keine Schwächen, braucht keine Hilfe, entscheidet selber und lässt die Unzufriedenheit an seinen Mitmenschen aus

Er kann nichts, hat große Angst, bezweifelt das Krankenhaus noch einmal verlassen zu können, weint und macht sich große Gedanken um MEINE Zukunft.
Es macht mich traurig meinen Mann so leiden zu sehen und möchte ihm helfen.
Aber wo fange ich an? Ich spreche ihm Mut zu, plane das Weihnachtsfest mit ihm, nehme ihn in den Arm und tröste ihn. Dann hat er für ein paar Std. das Gefühl, alles wird wieder gut. Bis dann der nächste Gedankenschub kommt.

Frage: soll ich Leistungen der Pflegeversicherung beantragen und wenn ja, wann? Sofort oder wenn er wieder zu Hause ist? Sollte der MDK einen Pflegegrad erstellen:
sollte ich ein Pflegebett beantragen (unser Bett ist 140 x 200, normale Höhe)
Wie wird er in Zukunft von A nach B kommen?
Usw. ich habe gefühlte 1000 Gedanken und Fragen, an wen kann ich mich wenden?
Möchte noch hinzufügen, dass ich eine Ausbildung zur Krankenschwester mit Weiterbildung für den Op. gemacht habe. Seit 2013 bin ich (65 J.) Frührentnerin und würde meinen Mann pflegen.

Ich hoffe und wünsche, dass mir ein Betroffener oder sein Angehöriger helfen kann und möchte mich vorab bedanken.... DANKE
Grüße
Conny

Ela
Eisenlunge
Beiträge: 130
Registriert: Fr Aug 16, 2019 3:47 pm
Wohnort: Delmenhorst

Re: COPD meines Mannes

Beitrag von Ela »

Hallo Conny
Erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
Dein Mann muss ja erst mal in einen Pflegegrad eingestuft werden, falls das noch nicht geschehen ist. Dann solltest du das schnellst möglichst machen.
Ich würde definitiv ein Pflegebett beantragen.
Zum einen, weil es dir, wenn nötig, eine rückenschonende Pflege ermöglicht.
Zum anderen kannst du deinem Mann ein angenehmes Liegen ermöglichen, da das Bett vielfach verstellbar ist.
Das dein Mann traurig, böse und unzufrieden ist, ist wohl in der Situation normal.
Auch das er nicht zugeben würde wenn Hilfe braucht. Aber alles was er noch alleine machen kann ist super. Und man sollte ihn auch ermutigen das weiter zu tun.
Zu seinen anderen Krankheiten kann ich leider nichts sagen, ich bin nur eine Altenpflegerin und kein Arzt.
Liebe Grüße Ela

Antonia1971
Eisenlunge
Beiträge: 125
Registriert: Fr Jun 14, 2019 8:48 am

Re: COPD meines Mannes

Beitrag von Antonia1971 »

Liebe Conny,
auch von mir ein herzliches Willkommen. Ich bin Angehörige, mein Vater hat fortgeschrittene COPD, bekommt Sauerstoff über Nasenbrille und hat auch diverse andere gesundheitliche Probleme. Wir stehen auch kurz davor, einen Pflegeantrag zu stellen. Ich habe aber auch keinen Plan, wie man diese Leistungen, falls man sie erhält, sinnvoll einsetzen kann. Mein Vater kooperiert leider sehr schlecht und ich denke, dass er eine Depression hat. Aber man bekommt ihn fast nicht zum Arzt. Ich fürchte, ich bin dir keine Hilfe. Aber ich denke auch, dass du möglichst bald einen Antrag stellen solltest, um Unterstützung zu bekommen. Ich finde es toll, dass du deinem Mann so zur Seite stehst und er wird es auch schätzen, auch wenn er es nicht immer so zeigt. Ich habe schon oft gelesen, dass Depressionen häufige Begleiterscheinungen bei COPD sind. Ich wünsche euch beiden alles Gute.

Viele Grüße
Antonia

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