Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Curly6572 » Di Jul 09, 2019 8:17 pm

Antonia, ich habe so den Eindruck, daß Du bei Deinem Vater machen kannst, was Du willst. Er hat sich ja schon aufgegeben. Gibt es nicht irgendwas, um ihn aufzurütteln. Hatte er nicht irgentwelche Interessen, mit denen Du ihn aktivieren kannst. Was hat er denn früher gerne gemacht?
Übrigens, das gebremste Ausatmen mittels der Lippenbremse ist sehr wichtig. Damit werden die Bronchien etwas erweitert, so daß das atmen wieder besser geht.
Vielleicht solltest Du doch noch mal versuchen, ihn dazu zu bringen. Sauerstoff hilft nicht unbedingt beim Atmen, erhöht ja nur den Sauerstoffgehalt im Blut. Das ist natürlich auch wichtig für den ganzen Körper, die Organe.
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Antonia1971 » Di Jul 09, 2019 9:03 pm

Hallo Curly,
ich befürchte, dass du Recht hast. Es bricht mir das Herz, zu sehen, wie schnell er abbaut. Ich denke manchmal, er stellt sich deswegen so quer, weil er das alles beschleunigen will. Er hat irgendwie keinen Lebensmut mehr. Nicht mal seine Enkel motivieren in, da mehr für sich zu tun. Er sagt, für ihn sei alles nur noch eine Plagerei. Auf der einen Seite denke ich, man muss akzeptieren, wenn ein Mensch nicht mehr kann und man muss ihn dann auch gehen lassen. Aber auf der anderen Seite denke ich, dass er eine Depression hat und deswegen so denkt. Wenn es ihm psychisch besser ginge, würde er vielleicht anders mit der Krankheit umgehen. Ich habe so viel Beiträge hier von tapferen Menschen gelesen, die sich auch jeden Tag plagen müssen und teilweise schon viel Schlimmeres mit dieser Krankheit erlebt haben als mein Vater. Trotzdem kämpfen sie um jeden Tag, versuchen aus ihrem Leben rauszuholen, was noch geht. Leider hat sich mein Vater, bedingt durch seine frühere unregelmäßige Schichtarbeit, keine richtigen Hobbies zugelegt. Er war aber immer gern handwerklich aktiv, hat viel in Haus und Garten gemacht. Jetzt kann er das alles nicht mehr. Ich werde aber trotzdem darum kämpfen, ihm so viel Erleichterung wie möglich zu verschaffen.

Viele Grüße
Antonia
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Curly6572 » Di Jul 09, 2019 9:25 pm

Antonia, umgekehrt wird ein Schuh draus. Erst Aktivität, dann kommt die Psyche automatisch. Eigene Erfahrung. Seit dem ich den Lungensport mache, bin ich viel aktiver als vorher. Hatte mich öfter mal hängen lassen. Aber jetzt bin ich richtig aktiv. Auch wenn es mir oft recht schwer fällt, wegen meiner Luft, mache ich wenigstens einige Kleinigkeiten. Gehe auch schon mal zum Müll oder mal zum einkaufen. Auch im Haushalt versuche ich einiges leichtes zu machen. Ich versuche auch ein paar Meter mit meinen Walking Stöcken zu laufen. Klappt nicht, wenns wieder zu heiß ist. Seit dem ich das alles mache, gehts mir auch psychisch sehr gut.
Wie alt ist Dein Vater eigentlich?
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Antonia1971 » Do Jul 11, 2019 8:17 pm

Hallo Curly,
mein Vater wird jetzt im Sommer 79. Er hat seit seinem 13. Lebensjahr geraucht und es erst letztes Jahr aufgegeben. Fast ein kleines Wunder, dass er lange Zeit so fit blieb.

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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Curly6572 » Do Jul 11, 2019 9:35 pm

Antonia, ich habe Deinen ersten Post hier noch mal durch gelesen. Ich frage mich, warum ihr bei den Ärzten nicht nachgefragt habt. Ich hätte das nicht auf sich beruhen lassen. Dein Vater geht doch nicht allein zu den Ärzten, oder? Ich löcher meinen Arzt bis zum Umfallen, wenn ich was wissen will.
Damals hatte mir ja mein alter LuA gesagt, O2 wäre notwendig. Hab ich dann auch benutzt, auch einige male in der Nacht. Auf jeden Fall schläft man durch die Nasenbrille unruhiger, das ist richtig. Auch ich hatte am Morgen Kopfschmerzen. Sonst nie.
Seit dem mir aber 2 verschiedene kompetente LuÄrzte gesagt haben, daß ich überhaupt kein O2 brauche, benutze ich es auch nicht mehr und habe das Gerät abholen lassen.
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Antonia1971 » Sa Jul 13, 2019 10:39 am

Hallo Curly,
ich war bei der Lungenfachärztin tatsächlich nicht dabei, sondern meine Schwester. Die ist gelernte Arzthelferin und arbeitet jetzt aber im Krankenhaus in der Onkologie. Sie hat sich seither immer um diese medizinischen Dinge gekümmert, da ich dachte, dass sie hier kompetenter ist als ich. Ich hatte mich mehr um Haus, Garten und Papierkram bei meinen Eltern gekümmert. Ich hatte meinen Vater damals in die Lungenklinik begleitet, weil meine Schwester verhindert war. Er ist mit meiner Mutter selbst hingefahren und ich bin hinterher gefahren, um meine Mutter wieder mit zurückzunehmen (es war ziemlich weit weg). Mein Vater wollte damals ausdrücklich nicht, dass ich ihn im Krankenhaus besuchte. Er ist dann relativ kurzfristig entlassen worden ohne vorherige Ankündigung und heim gefahren. Dadurch hatte ich keine Chance, mit einem der Ärzte zu sprechen. Mein Vater hat lange Zeit die Krankheit vor uns verschleiert ("Raucherhusten" hatte er natürlich). Erst, als er nichts mehr in Haushalt und Garten tun konnte, kam das so richtig raus. Meine Schwester und ich haben uns dann sehr engagiert, dass er doch noch den Sauerstoff über die Lungenklinik bekommen hat. Wir dachten, es würde ihm helfen. Damals wusste ich nicht, dass es Fälle gibt, wo nicht der fehlende Sauerstoff sondern das CO2 das Problem ist. Ich habe zwar einige Broschüren zu COPD gelesen, aber erst durch dieses Forum beginne ich, diese Krankheit besser zu verstehen. Eure Beiträge sind unendlich hilfreich für mich. Jetzt im Juli steht bei meinem Vater wieder ein Termin bei der Lungenfachärztin an. Ich überlege mir, ob ich nicht selbst mitfahre statt meiner Schwester. Mein Vater ist leider nicht der Typ, der bei den Ärzten irgendwas hinterfragt. Er hat eh komplett resigniert. Ich denke oft, dass von medizinischer Seite mehr möglich gewesen wäre. Wenn aber ein Patient eine so schlechte Compliance zeigt, haben die Ärzte halt auch keinen Bock, sich besonders zu bemühen. Ich selbst habe da auch keine so guten Erfahrungen gemacht. Wenn man bei den Ärzten nicht penetrant nachhakt, wird man nur ganz schnell abgefertigt.

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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Curly6572 » Sa Jul 13, 2019 11:36 am

Das ist so schade, daß Dein Vater sich so aufgibt. Da ist doch in der Reha für Deinen Vater irgendwas nicht so gelaufen, wie er es gerne hätte. Ich schätze mal, daß er die Reha abgebrochen hat.
Und wenn er einfach nicht mitmacht, was die Ärzte sagen, ist das sehr schlimm. Er könnte doch z.B. Lungensport machen. Das würde ihm Auftrieb geben. Aber auch das nützt nichts, wenn er sich allem verweigert.
Sieh doch mal zu, daß Du Dich für die LuFaÄ nicht frei machen kannst und selber mitfährst, Dir vorher Fragen aufschreibst und der Ärztin Löcher in den Bauch fragst.
Denn ihr könnt euch abstrampeln wie ihr wollt. Wenn er nicht mitmacht, hat alles keinen Sinn.
Antonia, ich fühle auf jeden Fall mit Dir.
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon Antonia1971 » Mo Jul 15, 2019 8:46 pm

Hallo Curly,
mein Vater hat leider nie eine Reha gemacht. Er will keine und in die Lungensportgruppe will er auch nicht, obwohl es bei ihm am Heimatort eine gäbe.
Ich konnte mir jetzt für seinen Lungenfacharztbesuch frei nehmen und werde mitgehen. Meine Schwester hatte da eh keine Zeit. Am Anfang wollten er und meine Mutter das nicht, aber jetzt ist zumindest er einverstanden. Das ist jetzt schon nächste Woche. Ich habe mir schon einige Fragen aufgeschrieben. Wenn sie meine These, dass er zuviel CO2 im Blut hat, bestätigt, möchte ich sie auch fragen, ob eine Heimbeatmung mit Maske etwas bringen könnte. Ich werde dazu noch einen separaten Post machen.

Viele Grüße
Antonia
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon hannomach » Mo Jul 15, 2019 9:56 pm

Also der Lungenarzt wird (wahrscheinlich) einen grossen Lungenfunktionstest machen (pusten in der Kabine) und eine BGA (Blutgasanalyse des kapillaren Blutes aus dem Ohrläppchen). Da kann er Dir dann auch sagen, wie Vaters O² und CO² Werte sind und an welcher Grenze Sauerstoff "verordnet" wird.
Mal meine Werte zum Vergleich: Blutgasanalyse (bei 3Liter O² dank meines mobilen Sauerstoffgerätes) und Lungenfunktionstest:
p0²: 83,4mmHg,
pC0²: 54,1mmHg,
FEV1: 12%,
RAW tot: 921%,
RV: 242%.
Beste Grüsse,
Guido
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Re: Wenig Nutzen durch Sauerstofftherapie?

Beitragvon hannomach » Mi Jul 17, 2019 12:21 pm

andererseits schriebst Du (Antonia) am Anfang, dass Dein Vater Probleme mit der Blase hat ...
Ich frage mich, ob er denn auch Wasser in den Beinen hat, welches nachts "zurückströmt" und ob das mit der Blase nicht etwa die Prostata ist ...
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