Notfallplan

Hier geht es um Medikamente und Hausmittel die Linderung verschaffen, die richtige Inhalation und Anwendung dieser

Notfallplan

Beitragvon Antonia1971 » So Jul 07, 2019 4:24 pm

Ich habe jetzt schon öfters von einem Notfallplan gehört, den man sich vom Arzt erstellen lassen soll. Obwohl die COPD bei meinem Papa schon sehr fortgeschritten ist, hat er keinen. Was beeinhaltet dieser Plan alles? Von welchem Arzt bekommt man den, vom Lungenfacharzt oder vom Hausarzt? Beinhaltet dieser Plan auch Anweisungen für die Angehörigen? Ich wohne leider ein ganzes Stück weg von meinem Vater, so dass ich im Notfall nicht schnell da sein kann. Ich habe Sorge, dass sich sein Zustand irgendwann drastisch verschlechtert und dann meine Mutter (oder er) nicht weiß, was zu tun ist.

Viele Grüße
Antonia
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Re: Notfallplan

Beitragvon Curly6572 » Di Jul 09, 2019 8:47 pm

Ich weiß nicht, was Du mit Notfallplan meinst.
Ich habe z.B. von meinem Pflegedienst ein Hausnotrufsystem bekommen. Dazu gehört u.a. ein Notrufknopf, (hat die Form einer kleinen Armbanduhr) den man entweder am Hangelenk oder am Band um den Hals hängen hat. Wenn jetzt ein Notfall, z.b. ein Sturz eintritt, drückt man auf diesen Knopf und in kürzester Zeit ist jemand vom Pflegedienst da. Schlüsselhinterlegung ist natürlich Pflicht. Sonst gehts ja gar nicht. Das ganze kostet natürlich einiges. Aber hat man eine Pflegestufe, werden größtenteils die Kosten übernommen. Das war mal eine Kurzfassung.
Malteser Hilfsdienst, das Rote Kreuz bieten die Notfallsysteme an und auch verschiedene Pflegedienste.
Mir gibt dieser Knopf eine große Sicherheit.
Hab Dir einfach mal 2 Links raus gesucht, nur zur Info.
http://www.malteser.de/hausnotruf/online?gclid=EAIaIQobChMIl6HA89eo4wIViOF3Ch2HPQcSEAAYAiAAEgJwQfD_BwE

https://drk-hausnotruf-nord.de/
Mußt Du dann halt nur mal in Deiner Umgebung, bzw. Deines Vaters schauen, was es da gibt.
Hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.
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Re: Notfallplan

Beitragvon Antonia1971 » Di Jul 09, 2019 9:13 pm

Hallo Curly,

ich habe eigentlich was anderes gemeint, aber trotzdem danke für diese Information. Ich habe darüber auch schon nachgedacht. Aber da meine Mutter auch im Haus wohnt und mein Vater fast nie alleine ist, habe ich da noch nichts unternommen.
Ich hatte irgendwo mal von diesem Notfallplan gelesen. Ich glaube, da steht drin, was man machen muss, wenn sich der Zustand auf einmal verschlechtert und wie man prüft, ob es sich um eine Exazerbation handelt und was man machen muss. Ich glaube, es war was mit bestimmte Notfallmedikament nehmen und immer wieder den Flow Peak messen oder so was in der Art. Da ich wahrscheinlich dann nicht in der Nähe sein werde, wenn mal so was passiert, wäre es wichtig, dass wenigstens meine Mutter weiß, wie sie handeln muss.

Viele Grüße
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Re: Notfallplan

Beitragvon Curly6572 » Di Jul 09, 2019 9:36 pm

Ach so, das meinst Du. Da würde ich mal den Lungenarzt Deines Vaters fragen. Der müßte Dir das auf jeden Fall sagen können.
Übrigens, Peak Flow Messung hat erst wirklich wert nach 14 Tagen. Dann hat sich das eingepegelt. Das weiß ich von den Schulungen.
Auf jeden Fall Notfallspray, wieder die Lippenbremse. Und vom Arzt verordnetes kurzfristiges Kortisonmedikament.
Ich habe z.B. noch mein kleines Inhalationsgerät mit dazu gehörigem Medikament. Hilft mir immer sehr gut.
Wenn davon gar nichts hilft, nur noch die 112.

edit
Schau mal, hab ich grad gefunden:
https://www.copd-aktuell.de/copd-was-tun-im-notfall
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Re: Notfallplan

Beitragvon HeikeGaupp » Mi Jul 10, 2019 11:05 am

Also Leute , mal ganz im Ernst...ist da was dran an dem Notfallplan und Spray ? Mein Lungenarzt sagt mir etwas anderes : bei COPD brauche ich kein Notfallspray mehr sondern nur noch O2 auf höchste Stufe und die 112 . Damit ich mich nun zu hause etwas sicherer fühle habe ich mir den Hausnotrufknopf der Johanniter besorgt . Es ist zwar eine Kostenfrage , aber mir hilft es .
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Re: Notfallplan

Beitragvon Curly6572 » Mi Jul 10, 2019 2:20 pm

Heike, mein Arzt hat mir gesagt, daß das O2 nichts damit zu tun hat, ob ich Luft bekomme oder auch nicht. Ich habe extra nachgefragt.
Wenn ich keine Luft bekomme, sind die Bronchien verengt. O2 erweitert nicht die Bronchien.
Bei mir ist mein O2-Gehalt sehr gut, bekomme aber oft trotzdem keine Luft. Also nur bronchienerweiternde Sprays, Inhalation oder 112.
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Re: Notfallplan

Beitragvon Antonia1971 » Do Jul 11, 2019 8:12 pm

Heike & Curly,
wie entscheidet ihr, dass ihr jetzt wirklich die 112 rufen müsst und es nicht "nur" ein schlechter Tag ist? Ich meine natürlich nicht, wenn man schon am Umkippen ist. Und gibt es für einen Angehörigen ein Kriterium, das rechtzeitig beurteilen zu können? Bitte entschuldigt diese vielleicht dämlich klingende Frage. Aber ich befürchte, dass es bei meinem Vater schon sehr extrem kommen müsste, bis er sich für die 112 entscheidet und dass es dann vielleicht zu spät sein könnte.

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Re: Notfallplan

Beitragvon Curly6572 » Do Jul 11, 2019 9:18 pm

Ich kann nur von mir persönlich sprechen. Wenn es mir schon seit Stunden schlecht geht und keine Inhalation oder Spray mehr hilft, ich aber kaum noch Luft bekomme, und wenn ich kaum noch sprechen kann, dann sollte ich 112 wählen.
Was ich aber für mich persönlich nicht mehr machen werde. Ist aber ne andere Sache.
Im Fall Deines Vaters müßte Deine Mutter entscheiden, ob und wann sie 112 ruft. Da darf sie nicht mehr nach dem Willen Deines Vaters gehen.
Deine Mutter müßte Deinen Vater ja soweit so gut kennen, daß sie erkennt, wann es notwendig ist. Nämlich kaum noch Luft bekommt, kaum sprechen kann, keine Inhal. oder Spray hilft. (Aber das kann man so pauschal eigentlich nicht unbedingt sagen) Dein Vater darf dann nicht mehr entscheiden.

Übrigens Antonia, es gibt keine dämlichen Fragen.
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Re: Notfallplan

Beitragvon hannomach » Sa Jul 13, 2019 1:02 am

Hallo allerseits,
also ich bin eigentlich immer in der Wohnung meiner Freundin, wir kommen jeweils alleine nicht mehr klar, können uns aber zu zweit das Altenheim "ersparen". Wir mussten leider schon oft die Feuerwehr rufen, jeweils eine/r für den/die andere/n. Bei meiner Freundin waren es Fehlleistungen Richtung Schlaganfall, bei mir sind es immer Atemnot und Angst.
Ich sag mal die Feuerwehr sollte man lieber einmal zu oft rufen als zu wenig.
Typisch läuft das bei mir so ab, dass ich merke, dass die Luft sehr sehr knapp ist. Ich setze mich also in den Kutschersitz - viel bewegen kann man sich doch bei Atemnot ohnehin nicht und mach mir mein Pulsoxymeter an den Finger. Dann nehme ich das "Notfallspray" (vom Lungenarzt verordnet). Dann sage ich meiner Freundin, dass sie den Sauerstoff höher drehen soll. Als nächstes folgt eine Tablette gegen Angst (Lorazepam etc.). Wenn ich dann nach 10-15 Minuten keine Besserung bemerke sag ich meiner Freundin, dass sie die Feuerwehr rufen soll ...
Also ich finde, dass die Tipps von copd-aktuell ganz gut sind (siehe link oben), habe aber folgende Bedenken:
-besser tief ausatmen zum Betroffenen sagen - einatmen tut er meist krampfhaft von selbst
-ein Pulsoxymeter hilft die Situation zu beurteilen, kostet mitunter keine 50 Euro
-für die Feuerwehr ist der aktuelle Medikamentenplan (aller Ärzte) und vielleicht der letzte Entlassungsbericht vom Krankenhaus interessant
-Ruhe bewahren kann bei Pärchen heissen, dass man die Schulter des Angsthabenden drückt oder streichelt, das ist ganz angenehm, beruhigt
Also das war jetzt kein Widerspruch, sondern eher eine Ergänzung. Wichtig ist eben, dass man im Notfall alles gleich zur Hand hat... die Feuerwehrleute nehmen auch ganz gern eine fertig gepackte Tüte mit Kleidung Wecker und Prepaidhändy mit ...
Das wichtigste noch zum Schluss: Die Krankenversicherungskarte :D
Beste Grüsse,
Guido
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Re: Notfallplan

Beitragvon Antonia1971 » Sa Jul 13, 2019 9:22 am

Hallo Guido,
kommt da im Ernst die Feuerwehr? Ich hätte da eher einen Notarzt und einen Krankenwagen erwartet. Ich hätte da kein gutes Gefühl, wenn die freiwillige Feuewehr des Heimatortes meiner Eltern da angerückt kommt. Die haben doch gar keine medizinische Ausbildung. Wir kommen aus der Nähe von Stuttgart. Vielleicht ist das in Berlin ja anders.
Ich werde mal mit meiner Mutter sprechen, dass sie vielleicht so eine kleine Notfalltasche packt und irgendwo bereitlegt. Sie selbst fährt ja nicht Auto, so dass sie die Sachen schlecht nachbringen kann und bis ich oder eine meiner Schwestern anrückt, dauert es ja auch. Nach so einem Pulsoxymeter werde ich mal schauen. Obwohl ich befürchte, dass mein Vater diesen nicht benutzen wird. Er stellt sich leider oft quer. Er hat so ein Notfallspray. Mir ist aufgefallen, dass er es relativ viel benutzt. Vor allem, als es so heiß war.
Wenn du die Feuerwehr gerufen hast, haben die dich dann in eine Klinik gebracht? Was machen die dann in der Klinik mit einem? Können die einem dort helfen?
Das passt jetzt eigentlich nicht mehr zu diesem Thread. Aber habt ihr euch mal überlegt, in eine Betreute Wohnung zu ziehen? Das klingt jetzt irgendwie nach Pflege, aber zumindest bei uns sind das ganz normale Wohnungen mit eigenem Briefkasten und Haustür. Der Unterschied ist, dass diese seniorengerecht eingerichtet sind, also keine Schwellen und Stufen, breite Türen, alles notfalls auch mit Rollator und Rolli benutzbar. Man kann verschiedenen Dienste je nach Bedarf zubuchen. Und wenn man sie gerade nicht mehr braucht, auch wieder abbestellen. Allerdings ist das Angebot ziemlich gering und es gibt Wartelisten. Da bei uns (wo denn nicht) auch die Mieten für die normalen Wohnungen stark angestiegen sind, ist die preisliche Differenz zu diesen Betreuten Wohnungen teilweise gar nicht so hoch. Aber jede Zusatzleistung kostet natürlich extra.

Liebe Grüße
Antonia
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