Dickköpfige Oma verweigert nötige Intubation

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Dickköpfige Oma verweigert nötige Intubation

Beitragvon Aileene24 » Sa Mär 17, 2018 3:49 pm

Hallo,

also meine Oma, 77, hat schon seit über 20 Jahren COPD. Sie hat aber viele Dinge vor uns verheimlicht und auch viele Medikamente nicht genommen. Sie hat ihren eigenen Kopf und ist ziemlich stur. So auch jetzt wieder. Sie wurde Donnerstag in die Notaufnahme von uns gebracht, weil sie im Delirium war aufgrund von erheblichem Sauerstoffmangel im Gehirn. Sie war aber nach einer Infusion scheinbar wieder ganz stabil. Ein paar Stunden später hat sie sich selbst halb ins Koma versetzt, weil die Infusion anscheinend nur kurzfristig und oberflächlich geholfen hat.

Die Ärzte haben dann einen Keim auf der Lunge festgestellt, in Kombination mit einer akuten Lungenentzündung. Sie wurde auf die Intensivstation gebracht und intubiert. Für etwa 13 Stunden, dann konnten sie den Schlauch wieder entfernen und sie hat sogar schon wieder "a bleede Gosch" gehabt (wir sind Schwaben). Sie ist halt dickköpfig und das hat sie gestern wieder bewiesen, indem sie gemotzt hat.

Sie hat auch nicht nochmal eine Intubation gebraucht (die Ärzte meinten gestern, sie könnte evtl. nochmal über die Nacht eine brauchen), und ist heute wieder ganz bei Bewusstsein, total klar. Sie ist aber laut Ärzten noch nicht übern Berg, weil bei der Vorgeschichte noch alles passieren könne. Nun ist der Nachteil am vollen Bewusstsein, dass sie jetzt wieder selbst bestimmen kann, was passiert. Und deshalb verweigert sie nun vehement den Intubations - Schlauch, obwohl sie sterben kann, wenn sie ihn verweigert. Ihr ist, glaube ich, nicht ganz klar, oder sie will es nicht wahrhaben, dass ihr Leben am seidenen Faden hängt. Sie denkt, sie ist wieder klar und deshalb ist ja alles wieder gut. Sie ist sehr hart im Nehmen und jammert nie. Auch nicht, wenn sie halb tot ist. Das ist jetzt der Nachteil und könnte ihr zum Verhängnis werden.
Sie ist auch jemand, der gern die Augen vor der Realität verschließt. Aber wer ist das nicht ein bisschen?!

Dazu muss ich sagen: Sie hatte vor etwas mehr als 2 Wochen eine Schulter - OP, hat eine neue Schulter bekommen. Man vermutet, dass sie sich da einen Krankenhaus - Keim eingefangen hat. Das Risiko war laut Anästhesisten sehr sehr hoch, dass sie nicht überlebt, aber wie immer hat ihre Zähheit die Oberhand gehabt. Wir hoffen, dass das auch diesmal so ist. Die erste Woche war sie richtig glücklich über ihre Schulter, aber dann hat der Keim angefangen, sie immer schwächer werden zu lassen. Wir dachten die ganze Zeit, sie brütet eine Grippe aus. Die Influenza, die gerade herum geht. Wenn wir das geahnt hätten ... .

Zusätzlich hat sie sich quasi selbst vergiftet, indem sie die verbrauchte Luft nicht mehr richtig ausgeatmet hat. Dazu kam noch extrem viel Stress (unter anderem, ebenfalls am Do, die Einschläferung ihres Hundes, bald Reha wegen Schulter, dauernd Arzttermine, usw.)

Es waren in letzter Zeit also sehr viele Faktoren, die zusammengekommen sind, dass es letztendlich so eskaliert ist. Sie hat nur noch, aber schon vor der OP gehabt, etwa 30 Prozent Lungenkapazität. Aber der Arzt meinte beim Funktionstest, es wäre besser als beim letzten Test. Also eigentlich keine Schlechte Nachricht.

Meine eigentlich Frage ist: Wie sollen wir uns jetzt verhalten und können wir sie zwingen, sich intubieren zu lassen? Die Patientenverfügung, keine lebenserhaltenden Maßnahmen, greift hier laut Ärzten noch nicht, da es noch nicht wirklich um Leben und Tod bei der Beatmung geht, sondern einfach darum, dass ihr Körper sich regenerieren kann, und seine Kraft nicht für das anstrengende Atmen aufbringen muss. Der Körper soll also nicht am Leben gehalten sondern einfach entlastet werden. Zudem ist sie ja bei vollem Bewusstsein.

Wir waren schon bei ihr drin, meine Mutter ist immer noch bei ihr .... Ihr ins Gewissen reden, ihr klar machen, was auf dem Spiel steht (sie will immerhin nochmal einen Hund holen ... einen älteren, hat noch eine Katze zuhause, war gerade so glücklich über ihre neue Schulter, dass sie die Schmerzen nicht mehr so schlimm hat, usw.). Sie hat auch schon ihre Zähne verlangt und gesagt, dass sie nach hause wolle. Also sie ist ja nicht lebensmüde. Sie will ja alles andere als sterben. Sie will nur anscheinend nicht kapieren, dass das passieren kann, wenn sie die nötige Maßnahme verweigert.

Habt ihr mit einer solchen oder ähnlichen Situation schon zu tun gehabt? Habt ihr Tipps, wie wir uns verhalten sollen?

Danke. LG
Aileene24
 
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Registriert: Sa Mär 17, 2018 3:11 pm

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