Diagnose COPD-jetzt panische Angst

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Diagnose COPD-jetzt panische Angst

Beitragvon ReinerSeidler » Sa Okt 17, 2015 7:39 am

Hallo
Möchte mich kurz vorstellen und etwas über mich erzählen. Ich werde 59 Jahre alt, bin Raucher, ca 10 Zigaretten pro Tag. Vor 4 Jahren war ich erstmals wegen Kurzatmigkeit unter Belastung beim Lungenarzt. Der sagte zwar was von COPD, schien aber noch nicht sehr schlimm zu sein, und ich habe das alles nicht so ernst genommen, mich auch nicht schlau gemacht, was das bedeutet. Also leider normal weitergelebt. Jetzt hatte ich eine Lungenentzündung vor kurzem und diesmal fast Todesangst, keine Luft bekommen, aber nur zum Hausarzt. Der Antibiotikum verschrieben und nach 2 Wochen ging es besser. Jetzt war jedoch verstärkt bei jeder Anstrengung wie Treppen hoch usw. extreme Atemnot. Aber noch immer ging ich nicht zum Lungenfacharzt, hatte große Angst vor der Diagnose. Gestern bin ich dann doch hin. Musste dann so einen Atentest in Glaskabine machen, der scheinbar nicht so gut aus fiel. Leider weiß ich die Fachausdrücke nicht, irgentwas von 30% sagten die. Der Arzt sagte mir dann, es könne sein das durch die erst vorkurzem überstandene Lungenentzündung meine Werte so schlecht seien und gab mir so ein kleines Gerät wo eine Kapsel reinkommt, täglich eine Kapsel, aufstechen, einsaugen und Luft anhalten. Das Gerät heist glaube ich "Breezhaler",
und auf den Kapseln steht Ultibro Indacaterol Glycopyrronium Pulver zur Inhalation 85/43 ug. Ich soll diesen Inhalator jetzt 3 Monate täglich benutzen, und dann wieder zu dem Doktor kommen.Auf Fragen wie Lebenserwartung etc. konnte sich der Doktor nicht festlegen. Ist mir auch klar warum. Hängt wohl von so vielen Faktoren ab. Habe mich dann jetzt (Leider 4 Jahre zu spät) endlich im Internet schlau gemacht. Wobei es auch hier verschiedene Meinungen und Berichte gibt. Auf jeden Fall habe ich jetzt panische Angst vor der Zukunft. Ich wollte in ein paar Jahren auswandern nach Thailand, habe erst ganz neu schönes Haus dort gebaut. Und jetzt lese ich so Zeug wie mit tragbarem Sauerstoff rumlaufen etc. Das würde wohl hier in Deutschland die Krankenkasse zahlen, aber wohl nicht im asiatischen Ausland. Weiss jemand wie teuer so Sachen sind? Muss ich all meine Zukunftspläne jetzt begraben. Und ein weiteres wichtiges Thema ist die Rente. Kennt sich jemand aus damit, ich habe noch andere Leiden wie kaputte Hüfte,Athrose in den Fingern und der Schulter. Und einen sehr schweren Job in einem Möbellager. und jetzt noch COPD wohl mindestens Stadium 3. Wie sieht es da mit Erwerbsminderungsrente oder den 50% Schwerbehinderten Prozente aus, die einen vorzeitigen Renteneintritt ermöglichen? Ich geh wirklich nur noch unter großen Anstrengungen zur Arbeit.
Ich würde mich freuen wenn mir jemand seine Erfahrung oder Meinung schreiben würde

mit freundlichem Gruß
Reiner
ReinerSeidler
 
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Registriert: Sa Okt 17, 2015 6:42 am

Re: Diagnose COPD-jetzt panische Angst

Beitragvon Mertensacker » Do Okt 22, 2015 4:59 pm

Huhu Reiner!

So wie dir ergeht es wohl den meisten wenn die Diagnose fällt. Ich will dir jetzt nicht sagen alles halb so schlimm aber wenn du gut eingestellt bist mit den Medikamenten und ab jetzt aufpasst das deine Lunge keinen weiteren Schaden nimmt kannst du bestimmt noch ein paar gute Jahre erleben.

Wenn dein Haus in Meernähe liegt ist dies schonmal eine gute Sache. Meerluft ist gut für die Atemwege! Allerdings weiß ich nicht wie die Luftverschmutzung in Thailand ist. Oftmals lohnt sich die Anschaffung eines Luftwäschers, der die Luft filtert und somit die enthaltenen Schadstoffe unschädlich macht. Ebenso ist es sinnvoll früh mit einem Lungentraining zu beginnen. Durch die Stärkung der Muskulatur wird die Atemnot mit der Zeit gelindert wenn du regelmäßig trainierst. Hier findest du weitere Infos dazu ->

Zu dem verschriebenen Medikament: Ich nehme auch Indacaterol ein und vertrage es zum Glück gut. Habe aber von anderen schon teils negative Erfahrungsberichte gelesen. Wie sieht es bei dir aus? Hast du mit Nebenwirkungen zu kämpfen?

Bezüglich der Beantragung eines Behindertenausweises, das ist generell möglich. Da musst du aber mit deinem Arzt absprechen welche Chancen bei deiner körperlichen Gesamtsituation bestehen. Gleiches gilt für die Erwerbslosenminderung, da kann ich dir leider keine genauen Infos geben aber vielleicht kennt sich ein anderes Mitglied hier besser damit aus. Warte mal ab was noch kommt.

Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Lass dich nicht abhalten dein Leben zu genießen so gut es dir möglich ist. Copd ist nicht heilbar aber es gibt schlimmeres. Kopf hoch und weiter machen heißt die Devise!
Mertensacker
 
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