Umgang mit Copd Patienten

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Adelheid
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Beiträge: 1
Registriert: Mi Nov 18, 2020 1:40 pm

Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von Adelheid »

Hallo, mein Mann ist seit ca. 5Jahren an Copd erkrankt. Bin durch seine dazukommende schwierige Persönlichkeit am Ende. Es dreht sich alles um ihn. Reden hat keinen Zweck. Versuche eine Möglichkeit zu finden ihn gut unterzubringen, ist aber gegen seinen Willen nicht möglich. Habe versucht mit seinem Arzt zu sprechen, seinem Lungenfacharzt ebenso. Habe von einer Bekannten gehört, die ihren Cousin mit dieser Krankheit betreut hat, dass die Agressionen noch zunehmen können. Hat jemand Erfahrungen damit? Gibt es Einrichtungen für Copd Patienten? Beratungsangebote? Ich möchte nicht noch einmal selber in eine Depression verfallen!

hannomach
Eisenlunge
Beiträge: 113
Registriert: Di Dez 06, 2016 2:29 am
Wohnort: Berlin

Re: Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von hannomach »

Hallo Adelheid,
bei meinen Eltern war es ähnlich. Mein Vater hatte Demenz, Schädel-Hirn-Trauma und damit verbunden leider Weglauftendenzen und kein Gefühl mehr für Tag und Nacht. Meine Mutter hat das aufgerieben und ich weiss nicht wie sie das nervlich durchstehen konnte, aber sie wollte nicht in ein Heim gehen und ich habe es nicht übers Herz gebracht meinen Vater zu entmündigen, ihn in ein Heim zu zwingen.
Also wenn Dein Mann noch bei Verstand ist kannst Du ihm sagen wie schwer es für Dich ist und dass Du seine Frau bist und nicht seine Mutter. Das klingt hart, aber was würde er tun, wenn Du ihn verlässt? Kommt er denn ohne Dich oder fremde Hilfe noch irgend zurecht? Dann soll er Dich auch gut behandeln und mithelfen, wo er noch helfen kann.
Das sind die schwierigsten Entscheidungen im Leben, aber Du musst am Ende auch an Dich selbst denken...
Beste Grüsse,
Guido

Antonia1971
Eisenlunge
Beiträge: 135
Registriert: Fr Jun 14, 2019 10:48 am

Re: Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von Antonia1971 »

Hallo Adelheid,

bei meinem Vater ist es auch ähnlich. Es ist immer sehr schwierig, Maßnahmen umzusetzen, die ihm helfen würden oder uns die Pflege erleichtern würden. Er hat auch jetzt eine beginnende Demenz, das macht es nicht leichter. Auch wenn man etwas mehrfach mit ihm besprochen hat und er zugestimmt hat, kommt es vor, dass er dann hinterher behaupted, man habe ich übergangen und alles über seinen Kopf hinweg entschieden. Ich denke, das spielt auch sehr die Unzufriedenheit über die eigene Situation mit rein, vielleicht auch, dass man das vielleicht durch das Rauchen selbst verschuldet hat. Einen echten Rat habe ich nicht für dich. Ich habe mich da mal coachen lassen. Ich habe seither den Standpunkt, dass ich mich zwar kümmere, aber nicht verantwortlich bin. Ich schaffe es seither, mehr Distanz zu diesen Dingen zu haben und nicht mehr alles so sehr an mich heran zu lassen (gelingt mir auch nicht immer).

Liebe Grüße und viel Kraft

Antonia

Antonia1971
Eisenlunge
Beiträge: 135
Registriert: Fr Jun 14, 2019 10:48 am

Re: Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von Antonia1971 »

Hallo Adelheid,

ich weiß nicht, wie alt ihr seid und kenne auch die Umstände bei euch nicht. Mein Vater ist seit April jetzt ein Pflegefall, hat Pflegegrad 3 und wird zuhause gepflegt. Jeden Morgen kommt jemand vom mobilen Pflegedienst, macht die Körperpflege und zieht ihn an. Vielleicht ist bei euch ja auch eine häusliche Pflege möglich. Es gibt schon diversese Unterstützungsmöglichkeiten. Auch eine Wohnberatung kann evtl. hilfreich sein. Die bekommt man meistens umsonst oder für wenig Geld (war bei uns umsonst, bei meinem Schwager im Nachbarkreis 20 Euro).

Viele Grüße

Antonia

Zitronenfee
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Beiträge: 8
Registriert: Di Dez 17, 2013 2:43 am

Re: Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von Zitronenfee »

Wer macht denn so eine Wohnberatung und inwiefern kann einem dadurch geholfen werden, also was wird dabei gemacht?

Antonia1971
Eisenlunge
Beiträge: 135
Registriert: Fr Jun 14, 2019 10:48 am

Re: Umgang mit Copd Patienten

Beitrag von Antonia1971 »

Hallo Zitronenfee,

bei uns in Baden-Württemberg scheint das auf lokaler Ebene organisiert zu sein. Am besten im Internet mal Wohnberatung und deinen Wohnort in die Suche eingeben. Oft sind das Architekten und Bauingenieure im Ruhestand, die das ehrenamtlich machen. Sie geben Tipps, wie man die Wohnung besser an die Erfordernisse, die durch die zunehmenden Beeinträchtigungen entstehen, anpassen kann. Z.B. Umbaumaßnahmen, oder Anpassungen wie breitere Türen für eine Rollstuhl, Vermeidung von Hindernissen, bessere Ausleuchtung, barrierefreies Bad und weiteres. Sie kommen ins Haus oder in die Wohnung und schauen sich die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort an und was man da machen könnte. Die haben manchmal noch Ideen, auf die man selber gar nicht kommen würde. Wie ich schon mal geschrieben habe, kostet das nichts oder nur einen geringen Betrag.

Viele Grüße
Antonia

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